Wohnen als Verortung in der Welt: Zu den prekären Wohnerfahrungen jugendlicher Geflüchteter in Wien

Junge geflüchtete Menschen sind nach ihrer Ankunft in Österreich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die sich im Bereich des Wohnens als Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe manifestieren. Beginnend mit vorübergehenden Erstaufnahmestellen werden sie bereits früh mit Brüchen, Provisorien, Kurzzeitlösungen und Prekarität im Wohnen konfrontiert. Diese Eigenschaften ziehen sich auch durch die spätere Wohnbiografie junger Menschen nach der Flucht. In Wohnheimen, Wohngruppen sowie in betreuten und individuellen Wohnformen wird im Rahmen der Grundversorgung die rechtliche Obsorge minderjähriger Personen übernommen, bis diese mit Anbruch der Volljährigkeit ausziehen müssen. Die darauf folgende erste Selbstorganisation von Wohnen ist nicht nur ein Minenfeld von Barrieren und Diskriminierung, sondern junge Geflüchtete erleben hier auch oft wieder kurzfristige Wohnchancen, häufige Umbrüche sowie vermehrt Unsicherheit und Ungewissheit. Das Spannungsfeld zwischen Fremd- und Selbstbestimmung sorgt zudem für zusätzliche Herausforderungen. Die Verortung in einer fremden Welt ist ein schwieriges Unterfangen – um diese zu erreichen, bedienen sich junge Geflüchtete solidarischer Praktiken und der Allianzenbildung.

Zum Artikel in Sozialwissenschaftliche Rundschau

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